Was sind Evakuationen?

Schwierige und komplizierte Noma-Fälle können nicht in Afrika operiert werden. Daher werden solche Patienten für Operationen nach Genf gebracht ("evakuiert"), wo die weltbesten Chirurginnen und Chirurgen ein Gesicht aus Hüft- und Schädelknochen, Rücken-Muskeln und -Haut erstellen.

Um die knappen Ressourcen zu schonen und die Umtriebe für Patienten zu vermindern, werden "einfachere" Noma-Fälle vor Ort (bisher meist in Ouagadougou & Ouahigouya) von europäischen Teams anlässlich chirurgischer Einsätze operiert.

Die Patienten kostet das nichts: Papiere, Reisekosten, OPs, Pflege, Aufenthalt (bis zu 18 Monaten) und Aktivitäten in der Schweiz werden von Unispital Genf HUG, Sentinelles, Terre des Hommes Valais, Aviation sans Frontieres und NOMA-HILFE-SCHWEIZ organisiert und übernommen. Nach Rückkehr ins Heimatland kümmern sich die obgenannten sowie lokale NGOs weiterhin um die Patienten (Nachbetreuung, Therapien, Ausbildung, Stipendium, etc.).

Solche Evakuationen sind nur möglich dank Kooperation verschiedener Organisationen der Internationalen NoNoma-Föderation (auch genannt die "NoNoma-Familie"). Besonders der aktuelle Fall unten beschrieben zeigt, wie schnell und professionell geholfen werden kann, wenn Noma-Notfälle gemeldet werden. Leider gibt es noch viele weitere Menschen, die an den Folgen von Noma leiden und auf Hilfe warten, so dass alle NoNoma-Organisationen gefordert bleiben.

Daniel Yimanga Biguida

Am 26. April 2019 ist Daniel in Genf eingetroffen und wurde am selben Tag von Prof. Dr. med. Brigitte Pittet im Genfer Universitätsspital untersucht. Er wird im Laufe des Frühlings mehrere Male operiert und nachbehandelt. Wie es dazu gekommen ist, lesen Sie hier. Wie es ihm gerade ergeht, finden Sie hier heraus.

Edouard Itamobia "ITA"

Im April 2017 erreichte uns ein Notruf aus dem Niemandsland der Grenzregion Zentralafrikanische Republik und Kamerun, wo der Pygmäen-Waisenjunge namens Ita am Waldrand "entdeckt" wurde. Bei uns kann sich niemand vorstellen, wie schwer sein Leben als Kind war: Eltern verloren, von Noma getroffen, vom Dorf verstossen. Daher blieb nur eine Lösung: Wiederherstellende Operationen bei Spezialisten in der Schweiz.

François Yoboh und Ita

Der "Entdecker" Francois Yoboh sowie kleine NGOs wie "Konexyon", "Urgence Plus Monde" und "Weccare Foundation" kümmerten sich seit Anfang Jahr um Ita und besorgten ihm im Juni 2017 in unserem Auftrag Reisepapiere, damit eine Evakuation nach Genf für Operationen möglich wurde. NOMA-HILFE-SCHWEIZ hatte aufgrund des Notrufs im April eine Zusammenarbeit mehrerer auf solche Fälle spezialisierter NoNoma-Mitglieder in die Wege geleitet. (Aviation sans Frontieres, AEMV, Hopital Universitaire Geneve (HUG), Terre des Hommes Valais, Sentinelles).

Alle diese NGOs arbeiteten gratis für Ita! Sentinelles koordinierte das Projekt in der Schweiz und unser Verein übernahm alle restlichen Kosten in Afrika und in der Schweiz.

Nach rund einem Jahr in der Schweiz ist er im Herbst 2018 wieder nach Kamerun gereist. François Yoboh hatte ihn begleitet und Weccare hat ihn aufgenommen und gibt ihm nun eine Möglichkeit, sich eine kleine, Existenz aufzubauen.

Hier finden Sie die ganze Geschichte.